Manuelle Therapie


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Manuelle Therapie (MT) heißt wörtlich: Heilbehandlung mit den Händen.


 

Was ist Manuelle Therapie? (MT)


MT steht heute für eine systematische physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung des Bewegungssystems des Menschen, wie sie vor allem von F. Kaltenborn, O. Evjenth oder G. Maitland ausformuliert wurden.

Die eigentliche Manuelle Therapie, die Behandlung mit den Händen zur Schmerzlinderung, zur Mobilisierung und zur Beeinflussung der Gewebebeschaffenheit, ist dabei ein Bestandteil eines umfassenden Konzeptes. Es handelt sich hierbei um spezielle Handgrifftechniken, die im Rahmen des Befundes dazu dienen, eine Bewegungsstörung im Bereich der Extremitätengelenke oder der Wirbelsäule zu lokalisieren und zu analysieren. Dieser Befund dient als Grundlage zu den therapeutischen Handgriffen, die vom Physiotherapeuten als Mobilisation durchgeführt werden. Die Handgriffe werden sowohl zur Schmerzlinderung als auch zur Mobilisation von Bewegungseinschränkungen eingesetzt, wenn diese durch eine reversible Funktionsstörung des Gelenks oder der diesem Gelenk zugehörigen Muskulatur hervorgerufen werden.

Die Auswahl der jeweiligen Mobilisationstechniken, die der Physiotherapeut einsetzt, wird bestimmt durch den Befund, die eingeschränkte Bewegungsrichtung und die Form des Gelenks. Zu einem sinnvollen Behandlungsaufbau gehört (je nach Indikation) auch der Einsatz physikalischer Therapie, aktiven Trainings mit und ohne Gerät zur Mobilisierung, Stabilisierung oder Leistungssteigerung sowie Beratung und Instruktion, um die erreichten Therapieziele wie Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung langfristig zu sichern.

Mobilisationstechniken


  • Traktionsmobilisation
  • Kompression
  • Gleitmobilisation
  • Weichteilmobilisation

Bei der Traktion werden die Gelenkpartner durch manuellen Zug voneinander entfernt, was zu einer Druckminderung, Entlastung und auch zur Schmerzlinderung führt. Eine gleichzeitige Dehnung der Gelenkkapsel und der Bänder verbessert die Beweglichkeit.

Kompression bedeutet, dass ein vom Physiotherapeuten gezielter Druck auf das Gelenk gebracht wird. Dadurch wird z.B eine vermehrte Knorpelernährung und vermehrte Produktion von Gelenkflüssigkeit erzielt.

Beim Gleiten werden die Gelenkanteile parallel gegeneinander bewegt, um das verloren gegangene Gelenkspiel und damit die Beweglichkeit wieder herzustellen.

Daneben dient die Weichteilbehandlung mit verschiedenen Entspannungs- und Dehntechniken dazu, die Muskulatur so zu verlängern, dass sie sich dem neugewonnenen Gelenkspiel anpasst.

Alle Techniken finden sowohl bei Funktionsstörungen an den Extremitätengelenken (Gliedmaßengelenken) als auch an den Gelenken der Wirbelsäule ihre Anwendung. Mit der Manuellen Therapie steht den Physiotherapeuten eine gezielte, gelenkschonende und meist schmerzfreie Behandlungstechnik zur Verfügung, die bei Funktionsstörungen der Gelenke neben der krankengymnastischen Behandlung angewendet wird.

Anwendungsgebiete – Indikationen


Ursprünglich war die Manuelle Therapie (MT) eine Domäne in der Orthopädie. Inzwischen ist sie jedoch auch ein fester Bestandteil in anderen Fachrichtungen der Medizin wie Chirurgie, Geriatrie, Pädiatrie, Traumatologie, Neurologie, innere Medizin und anderen geworden.

Grundsätzlich kann MT bei allen reversiblen Funktionsstörungen am Bewegungsapparat angewendet werden. Diese können sich durch Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder eine herabgesetzte Belastbarkeit zeigen.

Kontraindikationen


Tumor, frische Knochenbrüche (gelenknah), Schmerzen in alle Bewegungsrichtungen (nicht immer), instabile Gelenksituation.

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